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[28.01.2017] Spielbericht Herren 1

SC Volketswil – BSG Vorderland 27:29 (12:11)

Turbulenter Auswärtssieg für Vorderland

Über 55 Minuten lang liegen die 1.Liga-Handballer der BSG Vorderland auswärts in Volketswil fast ständig in Rückstand, ehe sie das Spiel kurz vor Ende noch drehen und zwei wichtige Punkte einfahren. Trotz durchzogener Leistung liess man sich nie distanzieren und nutzte die gegnerischen Schwächen kurz vor Schluss zum Sieg.

Der SC Volketswil war für Vorderland ein unbeschriebenes Blatt. Noch nie war man zuvor auf diesen Gegner aus dem Zürcher Oberland getroffen. Beide Mannschaften erspielten sich ähnlich viele Punkte in der Hinrunde, dementsprechend war vor der Partie kein Favorit auszumachen und Vorderland musste sich erst auf den Gegner einstellen.

Schnell war klar, dass die Zürcher ähnlich wie die Gäste über schnelle Aufbauspieler verfügen, die über Kreuzbewegungen Zug aufs Tor entwickelten und die BSG-Verteidigung immer wieder vor Probleme stellten. Auch im Angriff lief es den Vorderländern nicht wunschgemäss. Man kam nicht zurecht mit der offensiven Deckung des Gegners und liess sich immer wieder zu technischen Fehlern respektive zu überhasteten Abschlüssen und daraus resultierenden Fehlschüssen hinreissen. Entsprechend lag man von Beginn an im Hintertreffen. Kurz vor der Pause gelang zwar dank zwei Gegenstössen der Ausgleich und kurz darauf eine 1-Tore-Führung, Volketswil hatte aber die passende Antwort bereit und konterte seinerseits mit Tempogegenstössen.

Die Mannschaft spürte, dass sie diesem Gegner eigentlich gewachsten war, was in der Pausenansprache der Trainer auch zum Ausdruck kam. Um das Spiel an sich zu reissen, brauchte es aber eindeutig mehr Kampf und Emotionen. Vorerst kamen diese aber nicht auf. Das Spiel verlief in einigermassen geordneten Bahnen und beide Mannschaften kamen in regelmässigen Abständen zu Treffern. Volketswil scorte oft aus dem Rückraum über die Mitte und den rechten Aufbau, während Vorderland eher die 1:1-Situationen suchte und verdeckte Schüsse abgab.

Eine Viertelstunde vor Schluss fiel die BSG dann in ein Zwischentief. Zwei vorschnelle Abschlüsse aus dem Rückraum sowie ein Siebenmeter wurden vom gegnerischen Torhüter pariert und der Gegner konnte mit vier Toren davonziehen. Die Appenzeller Coaches nahmen ihr Time-Out und stellten die Verteidigung um. Tatsächlich zeigten die Zürcher jetzt Nerven und spielten sich mehrmals ins passive Spiel. Zudem holte Vorderland im Angriff zwei 2-Minuten-Strafen heraus und konnte so wieder leicht aufholen.

Nach 56. Minuten erzielte Volketswil sein 27. Tor und legte wieder mit drei Toren vor. Die Vorentscheidung schien gefallen. Kurz darauf sprachen die Schiedsrichter allerdings erneut zwei Zeitstrafen gegen die Gastgeber aus und Vorderland fand sich in doppelter Überzahl wieder. Zudem verteidigte man jetzt sehr offensiv, was den Gegner zusätzlich aus dem Konzept brachte und zu Ballgewinnen führte. Eine gut herausgespieltes Überzahltor sowie ein Gegenstoss brachten den vielumjubelten Ausgleich.

Es kam noch besser. Erneut unterlief Volketswil ein technischer Fehler und ein Fehlschuss, was Vorderland sehr konsequent zu einem weiteren Gegenstoss sowie einem herrlichen Lob vom Flügel kurz vor der Schlusssirene nutzte. Die Freude auf der Gästebank war riesig. Mit fünf Toren aus den letzten vier Minuten schaffte man die Wende, an die wohl nicht mehr alle immer geglaubt haben.

Der Sieg war umso wichtiger im Kampf gegen den Abstieg, als dass er auswärts zu Stande kam und die BSG bekanntlich sehr heimstark ist. Es bleibt nun eine Woche Pause bevor am 11.2 das nächste Heimspiel gegen Einsiedeln ansteht.

Die BSG Vorderland spielte mit B.Rothenberger und J.Kappenthuler im Tor sowie C.Bernet (3), N.Fejzaj, M.Küng (6), M.Mucha (1), C.Naef (1), L. Povataj (5), L.Rothenberger, P.Schulz, D.Schwinn (1), R.Schwinn (9), Remo Wild (2) und Roger Wild (1)
Autor: Michael Küng (mk)

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